Ausbau Fernwärme

Ausbau der Fernwärme und Kommunaler Wärmeplan

Bis zum Jahr 2030 sollen 65 Prozent weniger CO2 ausgestoßen werden. Bis 2040 will man klimaneutral sein. Das sind die Ziele, auf die sich Sindelfingen mit dem Beitritt zum Klimaschutzpakt Baden-Württemberg im Juli 2022 verpflichtet hat. 

Im Jahr 2019 lagen die CO2 Emissionen in Sindelfingen noch bei 573.000 Tonnen (ohne Verkehr) bzw. bei 837.000 Tonnen (mit Verkehr).
Aktuell liegt Sindelfingen noch hinter den selbst genannten Zielen. Um diese zu erreichen, wurde der gesetzlich vorgeschriebene Kommunale Wärmeplan erstellt. Dieser Wärmeplan ist ein wichtiges Planungsinstrument, das die notwendigen Schritte und Maßnahmen aufzeigt. 
Eine zentrale Aufgabe der Wärmeplanung ist ein großflächiger und schnellerer Ausbau der Fernwärmenetze. Über den aktuellen Stand bei den Stadtwerken Sindelfingen und den kommenden Maßnahmen möchten wir Sie im Folgenden informieren.

Im Wesentlichen müssen drei Ziele erreicht werden:
1.    Ein umfangreicher und schnellerer Ausbau der bestehenden Fernwärmenetze
2.    Die Reduzierung des Wärmebedarfs der angeschlossenen Gebäude
3.    Die Versorgung der Netze mit Erneuerbaren Energien 

Das Wärmeplanungsgesetz (WPG)
Der Gesetzgeber verpflichtet die Betreiber von bestehenden Wärmenetzen, Pläne zum Ausbau und zur Umstellung auf Erneuerbare Energien vorzulegen. Ziel ist die Klimaneutralität der Netze bis 2045. Diese Transformationspläne, die bis zum 31.12.2026 vorliegen müssen, stellen die Grundlage der zukünftigen Maßnahmen dar. Sie geben zudem Klarheit darüber, wie viel personelle Ressourcen für die Transformation benötigt werden und wie viel Kapazität für den Ausbau der Netze bleibt. Somit kann erst mit dem Vorliegen dieses Transformationsplans eine Aussage zur kommenden Ausbauplanung getroffen werden.
Für unser großes Fernwärmenetz Innenstadt (mit Flugfeld und Maichingen) befinden wir uns bereits im Prozess der Antragstellung. Bis Ende 2025 rechnen wir hier mit dem Abschluss des fertigen Berichtes. Unsere weiteren Netze in Darmsheim und Holzgerlingen werden im Anschluss folgen.
 

Das Fernwärmenetz Innenstadt und Maichingen

Ein Anschluss an die Fernwärme ist bei einer bestehenden Fernwärmeversorgung bereits heute schon möglich. Zudem befindet sich der Netzausbau in bestimmten Teilbereichen bereits in Planung. Wo ein Anschluss möglich ist bzw. wo dieser zum Teil schon geplant ist, sehen Sie in der folgenden Planübersicht:


Bereits geplante Schritte:

Unabhängig der Ergebnisse aus dem Transformationsplan, befinden sich folgende erste Schritte bereits in der Planung bzw. in der Umsetzung: 

1.    Dekarbonisierung der Fernwärme
Mit der „Energiedrehscheibe Nord“ werden wir in einem ersten großen Schritt die Dekarbonisierung einleiten. In unserem großen innerstädtischen Fernwärmenetz liegt der Anteil an fossil erzeugter Wärme derzeit bei rund 32%, im Netz Maichingen über 50%. Mit der „Energiedrescheibe Nord“ stehen den Stadtwerken bald rd. 36 Mio. kWh Biomethan zur weiteren Verwendung und Verfügung. Zudem laufen bereits die Planungen für ein Holzheizwerk mit rd. 20.000 kW. Derzeit gehen wir von einer Gesamtwärmeversorgung in Höhe von rd. 80.000 MWh/a aus. Nähere Infos zur Energiedrehscheibe erhalten Sie hier.

2.    Anschluss Maichingen an das Netz Innenstadt
Um die ökologisch erzeugte Wärme aus dem Restmüllheizkraftwerk und der „Energiedrehscheibe Nord“ auch in Maichingen nutzen zu können, planen wir, bis zum Jahr 2027 das Netz Innenstadt mit dem Netz Maichingen zu verbinden. Diese Verbindungsleitung erfolgt voraussichtlich über die Rosenstraße Richtung Glaspalast (siehe Plan oben).

3.    Wärme aus der Klärschlammverwertung am RMHKW
Auf dem bestehenden Gelände des Restmüllheizkraftwerks Böblingen wird (RMHKW) eine Klärschlammverwertungsanlage entstehen. Hintergrund dieser Anlage ist eine Gesetzesänderung, die eine Ausbringung der Schlämme als Dünger auf die Ackerflächen verbietet. Ab 2027 sollen zusätzliche 15.000 – 20.000 MWh Wärme für die Fernwärmeversorgung zur Verfügung stehen.

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